Wasseranalytik

In unserem Labor werden Trinkwasseruntersuchungen sowie Schwimm- und Badebeckenwasseruntersuchungen durchgeführt. Unser Wasserlabor ist nach DIN ISO 17025 akkreditiert.

Die Probenahme erfolgt nach DIN EN ISO 19458, durch geschulte und zertifizierte Probenehmer.

Wir bieten neben bakteriologischen und chemischen Trinkwasseranalysen auch sensorische und physikalische Analysen an. Alle Trinkwasseranalysen sind inklusive behördlich anerkannter Befundberichte.

Ein Auszug aus unserem Untersuchungsprogramm ist nachfolgend aufgelistet:

Mikrobiologische Parameter

Koloniezahl bei 20 °C und 36 °C

Eine erhöhte Koloniezahl, sichtbar durch Heranwachsen einzelner Kolonien auf speziellen Nährböden bezogen auf 1 ml Wasser, weist auf eine Verunreinigung des Wasser durch unzureichende Aufbereitung oder Desinfektion, Wiederverkeimung durch Stagnation des Wasser (z. B. in Endsträngen), Rohrbrüche oder Arbeiten am Leitungsnetz hin.

Trinkwasser darf keine anormale Veränderung der Koloniezahl aufweisen (TrinkwV 2001*, Verfahren DIN EN ISO 6222) bzw. nicht mehr als 100 koloniebildende Einheiten (KBE)/ml enthalten (TrinkwV 2001*, Anlage 5, Teil 1, d), bb).

Methode: Plattengussverfahren

Probenahme: sterile Flasche mit Thiosulfat und Kühlung auf 4 °C, standardisiertes Probenahmeprotokoll, zertifizierter Probenehmer

Nachweis von Escherichia coli/Coliformen

Escherichia coli (E. coli) stammt aus dem Darm von Mensch oder Tier. Sein Vorhandensein im Wasser zeigt eine fäkale Verunreinigung an. In 100 ml Trinkwasser darf dieser Keim nicht nachweisbar sein (TrinkwV 2001*, Anl. 1, Teil 1).

Als Coliforme Bakterien wird eine Gruppe verschiedener Bakterienarten bezeichnet, dessen Herkunft sowohl fäkalen als auch nichtfäkalen Ursprungs sein kann. Ihr entsprechender Nachweis weist allgemein auf eine Verschlechterung der Wasserqualität hin. Coliforme Bakterien sollen in 100 ml Trinkwasser nicht nachweisbar sein (TrinkwV 2001*, Anl. 3, Teil 1).

Methode: Membranfiltration auf Selektivnährböden, Indol, Oxidase

Probenahme: sterile Flasche mit Thiosulfat und Kühlung auf 4 °C, standardisiertes Probenahmeprotokoll, zertifizierter Probenehmer

Nachweis von Enterokokken

Enterokokken sind in der Natur weit verbreitet und kommen auf Pflanzen, im Wasser und Erdboden vor. Beim Menschen finden sich Kommensalen in Darm, Mundhöhle, Urethra und Vagina. Als besonders widerstandsfähige Keime fäkalen Ursprungs können sie damit auf eine länger zurückliegende fäkale Verunreinigung bzw. auf eine nicht ausreichende chemische Desinfektion hinweisen. Gegen Chlorung sind sie widerstandsfähiger als E. coli und Coliforme Bakterien. Enterokokken sollten in 100 ml Trinkwasser nicht nachweisbar sein (TrinkwV 2001*, Anl. 1, Teil 1).

Methode: Membranfiltration auf Selektivnährböden, Bestätigung durch Äsculin-Hydrolyse

Probenahme: sterile Flasche mit Thiosulfat und Kühlung auf 4 °C, standardisiertes Probenahmeprotokoll, zertifizierter Probenehmer

Nachweis von Legionella pneumophila

Legionellen sind im Süßwasser, angrenzenden Böden, Kühltürmen, Klimaanlagen, Wasserleitungen und an Wasserhähnen zu finden. Ihre natürlichen Wirte sind Amöben u. a. Einzeller. Ihr Temperaturoptimum liegt zwischen 25°C und 45°C. Die Ansteckung erfolgt durch Einatmen erregerhaltiger Aerosole. In geringer Konzentration stellen sie in der Regel keine Gefahr für den gesunden Menschen dar.

Der technische Maßnahmewert für Legionellen darf einen Wert von über 100 KBE/100 ml (TrinkwV 2001*, Anlage 3, Teil II) nicht überschreiten. Gemäß §14 sind Betreiber von zentralen Trinkwassererwärmungsanlagen, die größer als 400 l sind und/oder mehr als 3 l in jeder Rohrleitung nach dem Trinkwassererwärmer führen und bei denen es zu einer Vernebelung des Trinkwassers kommt (z. B. Dusche), verpflichtet das Warmwassersystem jährlich systemisch auf Legionellen untersuchen zu lassen. Das betrifft somit nahezu alle Hauseigentümer von Mehrfamilienhäusern mit zentraler Trinkwassererwärmung. Die Kosten für die Untersuchung können auf die Mieter umgelegt werden. Die Anzahl der repräsentativen Probenahmestellen richtet sich nach DVGW Arbeitsblatt W551.

Methode: Kulturelle Anzucht auf Spezialagar (direkt und nach Membranfiltration)

Probenahme: sterile Flasche, standardisiertes Probenahmeprotokoll, zertifizierter Probenehmer

 

Indikatorparameter

Elektrische Leitfähigkeit

Die elektrische Leitfähigkeit misst die Fähigkeit eines Wassers, elektrischen Strom zu leiten. Sie wird durch die Gesamtzahl der Anionen und Kationen beeinflusst und kann daher auf eine zu Korrosionserscheinungen führende Versalzung hinweisen.

Grenzwert: 2790 µS/cm bei 25 °C (TrinkwV 2001*)

Methode: Elektrochemisch mit Eintauchzelle

Probenahme: Vor-Ort-Parameter, standardisiertes Probenahmeprotokoll, zertifizierter Probenehmer

Geruch

Der Geruchsschwellenwert 1 einer Wasserprobe entspricht einem gerade noch wahrnehmbaren Geruch. Gerüche können durch verschiedene Arten chemischer und organischer Verunreinigungen entstehen.

Grenzwert: Geruchsschwellenwert 2 bei 12 °C, Geruchsschwellenwert 3 bei 25°C (TrinkwV 2001*)

Methode: Qualitative Bestimmung durch Riechen

Probenahme: in Glasschliffflaschen vor Ort, kühl und dunkel, standardisiertes Probenahmeprotokoll, zertifizierter Probenehmer

Trübung

Eine Trübung wird durch Bakterien, Algen, ungelöste organische Substanzen oder auch Eisenverbindungen verursacht und ist einer der Parameter, die auf eine mindere Qualität von Trinkwasser hinweisen. Grenzwert: 1,0 NTU (TrinkwV 2001*).

Methode: Streulichtmessung (Nephelometrie)

Probenahme: Vor-Ort-Parameter, standardisiertes Probenahmeprotokoll, zertifizierter Probenehmer

Temperatur

Aus Grundwasser gefördertes Trinkwasser sollte keine Temperaturschwankungen aufweisen. Schwankende Temperaturen weisen auf Oberflächenwassereinflüsse hin, die das Wasser mikrobiologisch negativ beeinflussen können. Bei zu hohen Temperaturen in Wasserleitungen können Korrosionsvorgänge beschleunigt werden. Die Temperatur hat auch Einfluss auf die Legionellenbesiedelung sowie auf weitere Messergebnisse (z.B. pH-Wert, elektrische Leitfähigkeit und Färbung).

Methode: Bestimmung der Temperatur mit einem Spezialthermometer

Probenahme: Vor-Ort-Messung, standardisiertes Probenahmeprotokoll, zertifizierter Probenehmer

Wasserstoffionenkonzentration (pH-Wert)

Der pH-Wert ist der negative dekadische Logarithmus der Aktivität der Wasserstoffionen und gibt an, wie sauer oder basisch das Wasser ist. Er ist das Ergebnis des Gehalts an Säuren und Basen.

Grenzwert: 6,5 - 9,5 (TrinkwV 2001*)

Methode: potentiometrisch mit pH-Messkette

Probenahme: Vor-Ort-Parameter, standardisiertes Probenahmeprotokoll, zertifizierter Probenehmer

Chemische Parameter

Die Anforderungen an die Qualität von Trinkwasser sind sehr hoch - sie gelten zurzeit als modernster verbindlicher Trinkwasserstandard. Maximale Schwermetallkonzentrationen im Trinkwasser werden durch die Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001*) geregelt und verpflichten die Anbieter von Trinkwasser, die Einhaltung der Grenzwerte zu gewährleisten. Gründe für erhöhte Schwermetallwerte können defekte Leitungen sein, wodurch sich Metalle im Wasser anreichern können. Die Aufnahme erhöhter Metallkonzentrationen über einen längeren Zeitraum können einerseits Gesundheitsschäden hervorrufen und andererseits die Trinkwasserinstallation beschädigen.

Da der Schwerpunkt der Grenzwertsetzung auf dem Vorsorgeprinzip beruht, führen Überschreitungen in der Regel nicht direkt zu akuten gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Konsumenten. Die meisten Grenzwerte für chemische Stoffe im Trinkwasser markieren demnach keine Gefahrengrenze.

Die chemischen Parameter (u.a. Aluminium, Eisen, Blei, Nickel) weisen bei Überschreitung der Grenzwerte an, dass ein Mangel im Trinkwasserversorgungsnetz (Wassereinzugsbebiet, -gewinnung, -aufbereitung oder -verteilung; Anlagen der Hausinstallation) vorliegt.

In unserem Labor erfolgt der Nachweis der Schwermetalle mittels Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma (ICP-MS). Dieses Analysenverfahren erlaubt eine schnelle und präzise Analyse im unteren µg/l Bereich.

Probenahme: 1 L Polyethylenflasche (PE), die Kaltwassertemperatur sollte 25 °C nicht überschreiten (eine vor Ort Bestimmung der Temperatur ist deshalb immer zu empfehlen), standardisiertes Probenahmeprotokoll, zertifizierter Probenehmer

Aluminium

Aluminium ist ein ubiquitärer Bestandteil unserer Umwelt und kann in geringen Mengen in Oberflächen- und Grundwasser gefunden werden. Da das Vorhandensein von Aluminium im Trinkwasser keine direkte Gesundheitsschädigung hervorruft, allerdings die Qualität des Trinkwassers beeinträchtigt (z.B. metallischer Geschmack - sensorisch deutlich wahrnehmbar ab einer Konzentration von ca. 1 mg/l) wird Aluminium nach der TrinkwV 2001* zu der Gruppe der Indikatorparameter gezählt. Der einzuhaltende Grenzwert liegt nach TrinkwV 2001* bei 0,2 mg/l.

Hohe Aluminium-Konzentrationen im Trinkwasser sind generell nicht zu erwarten allerdings auch nicht auszuschließen. Flockungsmittel, welche in der Trinkwasseraufbereitung Verwendung finden, sind meistens aluminiumhaltig und können auf diesem Wege in das Wassersystem eingetragen werden. Bei chronischer Aufnahme von Aluminium besteht beim Menschen die Gefahr einer Hirn- oder Knochenschädigung (Osteomalazie). Hirnschäden dieser Art wurden bereits bei Dialysepatienten (Dialyseenzephalopathie) beschrieben. Weiterer Bestandteil der Forschung ist der Zusammenhang von aluminiumbelastetem Trinkwasser und der Alzheimerschen Krankheit. Ein eindeutiger Zusammenhang konnte bislang jedoch noch nicht belegt werden.

Blei

Blei ist ein toxisches Schwermetall und kann im Körper ähnlich wie Calcium an dessen Stelle in den Knochen eingelagert werden. Bei einer langfristig erhöhten Bleiaufnahme stehen für den Menschen neurologische Symptome sowie eine Beeinträchtigung der Blutbildung im Vordergrund. Aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse über die tatsächliche Toxizität von Blei wurde der Grenzwert im Trinkwasser in den letzten Jahren immer wieder gesenkt. Seit dem 01.12.2013 gilt der derzeitig aktuelle Grenzwert nach TrinkwV 2001* von 10 µg/l. Weitere unspezifische Symptome einer Bleivergiftung sind u.a. Schwächegefühl, Appetitlosigkeit und Magen-Darm-Beschwerden.

Blei gelangt primär durch bleihaltig-verbaute Materialien der Trinkwasserinstallation in das Trinkwassersystem. So begünstigen Trinkwasserinstallationen bestehend aus Blei-Legierungen wie Hartblei (Blei und Antimon), Schrot (Blei, Arsen und Antimon) und Lötzinn (Blei und Zink) den Eintrag. Da neben den verwendeten Rohren auch Armaturen teilweise mit diesen Materialen verarbeitet sind kann ein Konzentrationsanstieg auch dann beobachtet werden, wenn das Wasser über einen längeren Zeitraum (z.B. über Nacht) in den Leitungen stagniert. Vor jedem Gebrauch empfiehlt sich deswegen ein kurzes Spülen der Leitungen.

Cadmium

Cadmium ist ein Schwermetall welches bereits in geringer Konzentration bedenklich für die menschliche Gesundheit sein kann. Nach der Aufnahme akkumuliert es besonders in der Niere und kann auf diesem Wege zu Nierenschäden, Eisenmangelanämie und Osteoporose führen. Weitere Symptome einer Cadmiumvergiftung sind Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe sowie Erbrechen, Gelbfärbung der Zahnhälse und eine Gewichtsabnahme.

Ähnlich wie bei Blei wurde aufgrund der hohen Toxizität, eine schrittweise Reduzierung des Grenzwertes für Cadmium im Trinkwasser vorgenommen. Der aktuell einzuhaltende Grenzwert liegt nach TrinkwV 2001* bei 3 µg/l. Cadmium findet hauptsächlich in der Industrie Einsatz und kann über den Abfall von Industrieanlagen in Oberflächen- und Grundwasser gelangen und auf diesem Weg dann ins Trinkwasser. Als weitere Eintragungsquelle werden verzinkte Rohrleitungen angesehen, die ebenfalls Cadmium an das Trinkwasser abgeben können.

Kupfer

Kupfer ist für den Menschen ein essentielles Spurenelement. Definitionsgemäß sind Spurenelemente diejenigen Mineralstoffe, die mit einer Konzentration < 50 mg/kg Körpergewicht im menschlichen Körper vorkommen. Die Aufnahme erfolgt ausschließlich über die Nahrung. Als Spurenelement ist Kupfer an diversen biologischen Abläufen beteiligt. Bei einer chronischen Kupfer-Intoxikation kann es neben Magen-Darm-Beschwerden auch zu Leberzirrhosen und Störungen des Zentralen Nervensystems kommen. Bei Einhaltung des in der TrinkwV 2001* festgeschriebenen Grenzwertes von 2 mg/l geht laut Angaben des Umweltbundesamtes keine Gefährdung der Gesundheit aus. Dieser Grenzwert gilt auch für Säuglinge und Kinder.

Kupferrohre bilden bei Hausinstallationen derzeit den größten Marktanteil. Sie finden sowohl im Warm- (Warmwasserbereiter aus Kupfer) als auch im Kaltwasserbereich (Kupferrohre, Armaturen aus Messing oder Rotguss) Verwendung und können auf diesem Weg Kupfer an das Trinkwasser abgeben. Die Freisetzung von Kupfer wird stark durch den pH-Wert beeinflusst. So begünstigen niedrige pH-Werte (pH < 7,4) eine Kupferfreisetzung. Eine Überwachung des Kupfergehaltes von Wasserversorgungsanlagen mit einem pH-Wert < 7,4 wird daher empfohlen.

Eisen

Eisen gehört wie Aluminium nach TrinkwV 2001* zu der Gruppe der Indikatorparameter. Von einer erhöhten Eisenkonzentration im Wasser geht daher keine direkte Gefährdung für den Konsumenten aus. Überschrittene Eisenwerte weisen jedoch auf einen Mangel im Trinkwassersystem hin. Trinkwasserleitungsrohre, welche aus verzinkten Eisenrohren bestehen, können nach Abtrag der Zinkschicht (dient dem Korrosionsschutz der Eisenrohre) Eisen an das Wasser abgegeben. Das Vorliegen erhöhter Eisenkonzentrationen im Trinkwasser lassen sich im Vergleich zu anderen Metallen auch für den Konsumenten leicht feststellen, da Eisen Trübungen, Färbungen und Geschmacksbeeinträchtigungen bewirken kann. In der TrinkwV 2001* ist für den Eisengehalt im Trinkwasser ein Grenzwert von 0,2 mg/l festgeschrieben. Bei regelmäßigen Überschreitungen des Grenzwertes weist dies auf einen eindeutigen Mangel innerhalb der Leitungsrohre hin, und verpflichtet den Hauseigentümer zu einem Austausch der Leitungsrohre.

Mangan

Mangan gehört neben Aluminium und Eisen ebenfalls zu der Gruppe der Indikatorparameter. Der einzuhaltende Grenzwert liegt nach TrinkwV 2001* bei 0,05 mg/l. Mangan ist nach Eisen und Titan das dritthäufigste Übergangsmetall und ist an diversen biologischen Prozessen im Körper beteiligt. In normalen Dosierungen geht von Mangan keinerlei Gefährdung aus. Gemäß der TrinkwV 2001* ist die Motivation für die Grenzwertsetzung weniger toxikologisch begründet, sie dient eher dem Schutz der Trinkwasseranlage.

Durch Reduzierung des Mangangehaltes im Trinkwassersystem soll der Korrosion der Rohrleitungen entgegengewirkt werden und somit eine Verengung der Rohrleitungen verhindert werden. Da in der Regel erhöhte Mangankonzentrationen mit erhöhten Eisenkonzentrationen einhergehen, empfiehlt sich eine Manganbestimmung erst dann, wenn erhöhte Eisenwerte im Wasser gefunden werden. In eher seltenen Fällen kann die Aufnahme von Mangan über eine längere Periode zu einer Manganintoxikation führen. Betroffen sind meistens beruflich disponierte Personen. Eine Manganintoxikation kann zu schweren Nervenschädigungen führen mit Parkinson-ähnlichen Symptomen.

Nickel

Das Element Nickel ist in der Stahlindustrie als Legierungselement stark verbreitet. Es wird häufig in Form von Nickel-Chrom oder Nickel-Kupfer- Legierung eingesetzt, da diese Formen Korrosionsschutz bieten und gerne zur Veredlung von Metallen eingesetzt werden. Nickel kann einerseits durch das Rohwasser eingetragen und anderseits auch durch die Trinkwasserinstallation freigesetzt werden.

Die Abgabe von Nickel aus den Trinkwasserinstallationen wird im Wesentlichen durch drei Faktoren bestimmt: pH-Wert, Temperatur und Stagnationszeit. Laut TrinkwV 2001* muss der Grenzwert von 20 µg/l eingehalten werden. Eine Risikogruppe bilden Säuglinge und Kleinkinder bis zu einem Alter von 2 Jahren sowie Personen mit bekannter Nickelallergie.

Nickel, gelöst im Wasser, ist erst in sehr hohen Konzentrationen toxisch, dann können Darmbeschwerden und evtl. Hirnschäden auftreten. Sollte eine Nickelallergie bekannt sein empfiehlt es sich auf vernickelte Bauteile innerhalb des Trinkwassersystems zu verzichten.

Selen

Selen ist für den Menschen ein wichtiges Spurenelement. Ein Selenmangel wird durch spezielle Diäten, Malabsorption oder Alkoholismus hervorgerufen. Klinisch kann es zu Muskelschwäche und Kardiomyopathie kommen. Eine übermäßig hohe Zufuhr an Selen kann ebenfalls zu Gesundheitsschäden führen. Bei Trinkwasser mit hohem Selengehalt wurden Verdauungsstörungen, Blässe, Hautausschläge, Haarausfall und ähnliches beschrieben.

Selen findet in vielen industriellen Zweigen Verwendung u.a. bei der Herstellung von Fotozellen, in der Keramikindustrie und Glasindustrie. Auftretende Selenintoxikationen führen zu unspezifischen Atemwegsbeschwerden, Kopfschmerzen und einem charakteristischen Knoblauchgeruch von Atemluft und Schweiß.

Weiterhin wird Selen in Düngermitteln verwendet, welche auf Ackerfeldern verteilt werden. Selen kann auf diesem Weg in Grund- und Oberflächengewässer gelangen, welches im Weiteren zur Trinkwasseraufbereitung genutzt wird.

Die TrinkwV 2001* schreibt einen Grenzwert von 10 µg/l vor.

Trinkwasseruntersuchung – Auszug aus unserem Analysenspektrum

Leistung

 

Verfahren

Chemische Parameter

Blei

 

DIN EN ISO 17294-2

Cadmium

 

DIN EN ISO 17294-2 

Kupfer

 

DIN EN ISO 17294-2

Nickel

 

DIN EN ISO 17294-2

Chrom

 

DIN EN ISO 17294-2

Nitrat**   DIN EN ISO 10304
Chlorat**   DIN EN ISO 10304-4; KI
Chlorit**   DIN EN ISO 10304-4; KI
Bromat**   DIN EN ISO 15061, D34; KI

Chloroform**  

  DIN EN ISO 10301
Permanganat-Index**   EN ISO 8467
Säurekapazität**   DIN 38404

Indikatorparameter

Aluminium

DIN EN ISO 17294-2 

Eisen

DIN EN ISO 17294-2 

Geruch (qualitativ)

DEV B1/2

Geschmack

DEV B1/2

Elektrische Leitfähigkeit

EN ISO 27888

Trübung

EN ISO 27027

Wasserstoffionen-Konzentration (pH)

DIN 38404-5

Temperatur

DIN 38404 C4

Färbung

DIN ISO 7887 1994-12

Mikrobiologische Parameter

Koloniezahl bei 20°C und 36°C

TrinkwV Anlage 5, Teil 1 d) bb)

E. coli/Coliforme

DIN EN ISO 9308-1

Enterokokken

DIN EN ISO 7899-2

Legionellen

DIN EN ISO 11731-2, ISO 11731

* Trinkwasserverordnung 2001 in der Fassung vom 26 November 2015
**Untersuchung wird fremdvergeben

Stand 30.03.2016

 

Dr. med. Paul Nemes Dr. med. Dipl.-Biol. Michael Kux Dr. med. Roland Geisel Dr. med. Ileana Herzum