PNH (Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie)
Präanalytik
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Material
4 ml EDTA-Blut
Normbereich
siehe Befundbericht
Methodik
Durchflusscytometrie
Informationen
Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie, PNH, auch bekannt als Marchiafava-Micheli Syndrom, ist eine seltene, in jedem Alter auftretende, chronische Erkrankung mit intravasaler Hämolyse mit oder ohne Hämoglobinurie und Thromboseneigung, manchmal auch mit aplastische Anämie. PNH beruht auf einer erworbenen Mutation der hämatopeietischen (blutbildenden) Stammzellen des Knochenmarkes. PNH-Patienten haben einen erworbenen somatischen Gendefekt, das PIG-A-Gen. Durch die Mutation bedingt fehlt ein Enzym, durch das die Proteine an der Oberfläche verankert werden. Das Fehlen dieser Proteine auf Erythrozyten führt dann zu der verstärkten Komplement-vermittelten Hämolyse. In der Regel findet sich bei PNH-Patienten ein Mosaik von defekten und intakten Zellen. Der auslösende Grund dieser Mutation ist nicht bekannt Der Gendefekt ist von Patient zu Patient unterschiedlich und mit molekularbiologischen Methoden nicht erfassbar. Die Diagnostik beruhte bislang weitgehend auf dem Säurehämolyse- oder HAM- Test (Ham, Erstbeschreiber 1939). Der PNH-spezifische Membrandefekt ist heute mit Hilfe der Durchflusszytometrie gut zu charakterisieren. Dazu wird in einem ersten Ansatz zunächst die Antigenexpression von CD14 und CD48, zweier verschiedener GPI-verankerter Proteine, auf Monozyten sowie CD66b und CD24 auf Granulozyten überprüft. Charakteristisch für PNH-Patienten ist neben einer reduzierten Expression dieser Marker auf Monozyten und Granulozyten auch die fehlende Expression der GPI-verankerten Oberflächenantigene CD59 und CD55 auf Erythrozyten. Der durchflusszytometrische Test ist hinsichtlich der Standardisierung dem HAM-Test deutlich überlegen. Laborchemisch zeigt sich eine unklare hämolytische Anämie, eine Hämoglobinurie, Hämolysezeichen (hohes Serum-LDH, vermindertes Haptoglobin), in 10 - 50 % der Fälle eine aplastische Anämie und Thrombosen.
Indikationen
- siehe auch Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie
Informationsstand
01.01.2016